Ankündigung eines epochalen Ereignisses, das die Klassen-Verhältnisse zum Tanzen bringt, bei Lukas. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Dieses Ereignis und seine Folgen werden Mächtige in Angst und Schrecken versetzen und nicht zuletzt immer wieder an den Grundfesten der Kirche selbst rütteln, die seine apostolische Nachfolge antritt und sich dabei ihrerseits zur Macht- und Unterdrückungsinstitution entwickelt. Ihr oberster Repräsentant wird sich schließlich so bedroht fühlen, dass er sich für „unfehlbar“ erklären lassen muss. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Denn die Kirche und der Geist der apostolischen Überlieferung bringen immer wieder selbst ihre Ketzer gegen Macht und Gewalt hervor. Die Subordinierten, Erniedrigten werden gleichzeitig zu Protagonisten der Geschichte, zu den Subjekten der Befreiung. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. In einem Küstenstreifen am Mittelmeer haben sich der jüdische Befreiungsdiskurs des Exodus und die inneren und äußeren Widersprüche auf eine Art und Weise antagonistisch verdichtet, dass derartige revolutionäre Impulse entstehen können: bis dato gottgegebene Machtverhältnisse werden desartikuliert – infrage gestellt – die Elendsten und Niedersten zu den Hauptfiguren der Heilsbotschaft erhoben. Noch richtet sich das Manifest der Ankunft Christi an jene, die allein den einen Gott Jahwe verehren, an Juden. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Bald schon wird es jedoch universell. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Transzendenz reinkarniert sich durch eine Frau. Für jene Zeit vor 2000 Jahren allein das schon revolutionär.
Mittwoch, 21. Juli 2010
Magnifikat
Ankündigung eines epochalen Ereignisses, das die Klassen-Verhältnisse zum Tanzen bringt, bei Lukas. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. Dieses Ereignis und seine Folgen werden Mächtige in Angst und Schrecken versetzen und nicht zuletzt immer wieder an den Grundfesten der Kirche selbst rütteln, die seine apostolische Nachfolge antritt und sich dabei ihrerseits zur Macht- und Unterdrückungsinstitution entwickelt. Ihr oberster Repräsentant wird sich schließlich so bedroht fühlen, dass er sich für „unfehlbar“ erklären lassen muss. Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Denn die Kirche und der Geist der apostolischen Überlieferung bringen immer wieder selbst ihre Ketzer gegen Macht und Gewalt hervor. Die Subordinierten, Erniedrigten werden gleichzeitig zu Protagonisten der Geschichte, zu den Subjekten der Befreiung. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. In einem Küstenstreifen am Mittelmeer haben sich der jüdische Befreiungsdiskurs des Exodus und die inneren und äußeren Widersprüche auf eine Art und Weise antagonistisch verdichtet, dass derartige revolutionäre Impulse entstehen können: bis dato gottgegebene Machtverhältnisse werden desartikuliert – infrage gestellt – die Elendsten und Niedersten zu den Hauptfiguren der Heilsbotschaft erhoben. Noch richtet sich das Manifest der Ankunft Christi an jene, die allein den einen Gott Jahwe verehren, an Juden. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unseren Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Bald schon wird es jedoch universell. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Transzendenz reinkarniert sich durch eine Frau. Für jene Zeit vor 2000 Jahren allein das schon revolutionär.
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